Und zack ist schon April. Kinder, wie die Zeit vergeht. Im Januar dachte ich noch ganz großspurig: „Man, drei Monate, das ist eine ganz schön lange Zeit!“ und heute sitze ich hier und habe keine Ahnung, wo diese drei Monate abgeblieben sind. Aber gut, schauen wir den Fakten ins Gesicht:
Es ist April, ich bin zurück, meine Blogpause offiziell beendet. Aber konnte ich meine Zeit nutzen? Was habe ich getrieben? Und wie geht es weiter? All das möchte ich heute kurz erzählen.
Konnte ich meine Zeit nutzen?

Jein. Die Blogpause war eine wichtige und auch richtige Entscheidung. Jedoch bin ich die Blogpause von Grund auf falsch angegangen. Ich habe mich für die Blogpause entschieden, um in anderen Bereichen produktiver zu sein. Was ich aber in dem Moment gebraucht hätte, wäre eine komplette Stressreduktion und nicht einfach eine Verlagerung meiner Energie auf ein anderes Feld. Es dauerte, bis mir das wirklich bewusst wurde und ich mir vornahm, meine Bachelorarbeit um ein paar Wochen zu verschieben.
Es hieß: Zeit für sich selbst nehmen, mal ausruhen und Energie tanken. Natürlich habe ich auch vorher versucht im Alltag Energie zu tanken, aber mein Akku schien kaputt, er entlud sich einfach ständig und wollte nicht voll werden. Der Blog, aus dem ich immer viel positive Energie gezogen hatte war nur noch Arbeit und die positive Energie wollte sich einfach nicht wieder einstellen. Ich war andauernd krank, mein Immunsystem schien komplett flach zu liegen. Erst Grippe, dann ständige Migräne und Rückenschmerzen, wieder eine Erkältung hinterher (komm schon, Körper! So alt sind wir nun auch nicht!). Mein Körper wollte mir damit etwas sagen und endlich war ich bereit zuzuhören.
Nach einer Zeit des Selbstzweifels und dem Gefühl in allem zu versagen, zu schwach zu sein, nicht leistungsstark genug, um weiterhin nach den Sternen zu greifen, fand ich heraus, was ich brauchte. Eine Pause. Das zu akzeptieren fiel mir wirklich nicht leicht, aber gegen den eigenen Körper anzukämpfen bringt einen nicht weiter.
Also nahm ich mir Zeit für mich, meinen Partner, fuhr eine Woche nach Hause zu meiner Familie, zur Familie von meinem Freund und zusammen machten wir einen Spa- und Wellness-Tag. Kurz: Ich machte einfach Dinge, die mir Spaß machten und bei denen ich Energie tanken konnte. Sich nicht permanent den Kopf zerbrechen um die Zukunft und alles, was getan werden muss. Mittlerweile habe ich eine ganz ordentliche Nebenjob – Uni – Selbstständigkeit – Freizeit- Balance und fühle mich nicht mehr wie ein ertrinkender Schwimmer. Meine Energie ist zurück, das wurde auch langsam Zeit!
Was habe ich getrieben?

Zugegeben, der Zeitpunkt der Blogpause war vielleicht nicht der aller klügste, denn im Januar und Februar fanden für mich einige Diabetes-Events statt. Deswegen habe ich es auch nicht ganz ohne Social Media ausgehalten und hier und da mal einen Facebook- oder Instagrampost herausgehauen.
Im Januar war ich als Rednerin auf der DiaTec 2019 in Berlin. Zusammen mit dem Projekt Zukunftsboard Digitalisierung stellten wir unseren Digitalisierungs- und Technologiereport Diabetes vor und ich durfte über die online Vernetzung von Patienten sprechen. Einmal in Berlin, ließ ich mir natürlich auch den T1Day nicht entgehen, denn dieser findet immer direkt im Anschluss der DiaTec statt.
Anschließend konnte ich mich aber etwas aus der Diabeteswelt zurückziehen und genau das tun, was ich oben schon beschrieben habe. Mir Zeit nehmen für meine Freunde, Familie und meine eigenen Bedürfnisse.
Und eins muss ich sagen: Die Social-Media-Abstinenz hat mich einiges gelehrt. Nämlich, dass Social Media bei mir bereits ein leichtes Suchtverhalten hervorgerufen hat. Zuerst war es wirklich schwer, nicht mehr andauernd bei Facebook und Instagram herumzulungern. Als ich beide Apps für meinen Blog-und Diabetesaccount komplett löschte, wurde es einfacher. Irgendwann sogar richtig angenehm. Ich werde in Zukunft zwar wieder öfter posten, aber ich werde mir vornehmen nicht mehr so sehr auf die Bestätigung angewiesen zu sein. Ich bin jemand, der viel an sich selbst zweifelt und deswegen immer auf der Suche nach Bestätigung ist. Viel Bestätigung erhalte ich durch meinen Blog. Als Blogger braucht man eine leicht selbstdarstellerische Ader, klar, sonst würde das alles gar nicht gehen, aber ich möchte lernen, dass ich nicht die permanente Bestätigung aus dem Internet brauche, um mich wertvoll zu fühlen.
Außerdem finde ich mittlerweile, dass viele ihre Meinung im Internet als Status Quo präsentiert. Du hast eine andere Meinung? Du findest dies oder jenes vielleicht gut -oder blöd? Uhhh, dann musst du entweder dumm oder einfach nur ein Mitläufer sein. Im Internet ist oft so viel negative Energie unterwegs, die mich wirklich nervt. In den letzen drei Monaten habe ich tatsächlich gemerkt, wie ich selbst wieder viel positiver wurde, ohne den ganzen negativen Quatsch im Internet.
Fazit: Ich ziehe jetzt mein Ding durch. Egal ob andere das gut oder blöd finden!
Natürlich habe ich mir auch Gedanken um meinen Blog und meine Selbstständigkeit gemacht. Soll es weitergehen? Absolut! Aber wie genau?
Wie geht es weiter?

Mein kleiner Auftritt auf der Diatec 2019 zog einen unerwarteten Rattenschwanz mit sich und mein E-Mail-Postfach drohte zu explodieren. Allzu viel kann ich euch noch nicht verraten, aber was ich verraten kann ist meine Entscheidung in Zukunft mehr offline für die Aufklärung von Diabetes tun zu wollen. Nicht nur online, sondern offline aktiv sein!
Trotzdem wird sich auf meinem Blog erstmal nichts ändern. Außer ein kleines Make-Over, das er bekommen hat. Ist euch schon aufgefallen, dass ich meine Blogposts etwas aufgehübscht habe? Das ganze hat bisher mehrere Tage in Anspruch genommen und ist noch nicht fertig. Tatsächlich steht mein Blog-Redaktionsplan schon bis Ende Juni. Ich habe also eine Menge zu sagen und bin top motiviert. Unfassbar, was sich in drei Monaten ansammeln kann. Deswegen wird es wieder einmal die Woche (in der Regel montags) einen kleinen Beitrag von mir geben. Hier ein paar Themen, die ich in den nächsten Monaten geplant habe, ein kleiner Vorgeschmack:


Welcome back!
Deine Ziele für die nächste Zeit klingen genau richtig und ich denke, du bist auf einem guten Weg dahin!
Auf das Projekt mit den Hunden bin ich aber besonders gespannt 🙂
Habe schon viel darüber gelesen und mir auch schon Gedanken dazu gemacht.
Liebe Grüße
Nathalie